Rund ums stillen


𝐒𝐭𝐢𝐥𝐥𝐞𝐧 𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐧𝐮𝐫 𝐍𝐚𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐟ü𝐫 𝐝𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐬𝐨𝐧𝐝𝐞𝐫𝐧 𝐚𝐮𝐜𝐡 𝐟ü𝐫 𝐝𝐢𝐞 𝐒𝐞𝐞𝐥𝐞


  1. Schmerzende, wunde Brustwarzen

 

 Erstmal ganz wichtig: Schmerzen beim stillen sind nicht normal! Ja, am Anfang hat wohl jede mit dem anfänglichen Ansaugschmerz zu tun (zähle von 10 ab rückwärts, bei 5 sollte der Schmerz langsam nachlassen), aber alles was darüber hinaus geht sollte beobachtet und behoben werden. 

Solltest du aber doch wunde Brustwarzen bekommen, kann dir folgendes helfen bzw. Linderung verschaffen :

 

- überprüfe deine Anlagetechnik, falsches Anlegen bzw zu wenig Brust im Mund ist der häufigste Grund für wunde Warzen 

 

- Brustwarzensalbe von Lansinoh

 

- MultiMam Kompressen

 

- viel Luft an die Brust lassen

 

- Muttermilch drauf und trocknen lassen

 

-Brustdounat um Reibung zu vermeiden

 

 

2. Der Milchstau/die Brustentzündung

 

 Einen Milchstau erkennst du an festen Knubbeln, die schmerzhaft sind, Rötung der betroffenen Stelle, die Brust fühlt sich warm oder heiß an, oft tut auch das stillen weh.

Bei einem Milchstau werden eine oder mehrere Milchgänge nicht vollständig entleert. 

 

- vor dem stillen wärmen, nach dem stillen kühlen (Wärme lässt die Milch besser fließen, die gestaute Milch muss ja raus, das kühlen hilft, dass sich die Milchgänge schneller wieder zusammen ziehen und sich nicht so stark füllen)

 

- während des stillens die Stelle einfach leicht massieren, damit die Milch besser abfließt

 

- dein Kind so anlegen, dass das Kinn des Babys die betroffene Stelle massiert

 

- Milch zB unter der Dusche per Hand gewinnen

 

-sollte dein Baby gerade mal weniger trinken, weil sich sein Bedürfnis umstellt, kannst du Milch per Hand gewinnen oder abpumpen, aber nur soviel, bis der große Druck weg ist. 

 

-Ruhe! Der Milchstau entsteht oft durch Stress. Gönn dir Ruhe so gut es geht

 

- stille nach Bedarf und nicht nach festen Uhrzeiten

 

-schläft dein Kind einige Stunden am Stück? Du darfst es auch wecken, um deine Brust zu erleichtern. Stillen nach Bedarf heißt auch, nach Bedarf der Mutter. 

 

 

Die Brustentzündung (Mastitis) entsteht aus einem Milchstau, wenn dieser nicht behoben wird/behoben werden kann. Zu den o.g. Beschwerden kommen dann noch  Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und wenn es ganz doof läuft auch Fieber hinzu. Die Stelle tut sehr weh, das stillen ist unangenehm.

 

- ganz wichtig: Ruhe, ruhe, ruhe! Leg dich mit deinem Baby ins Bett, kuschelt viel. 

 

- alles, was ich bei dem Milchstau aufgelistet habe, ist auch für die Brustentzündung relevant. 

 

- kühlen (zB mit einem kalten Waschlappen, mit Quark, Kohl und alles bitte nur Kühlschrank kalt) 

 

- solltest du Fieber haben, gehe bitte einmal zu deinem Gynäkologen. Er kann sich die Brust anschauen, einen Ultraschall machen und wird dir eventuell ein Antibiotikum verschreiben. Das ist dann leider wichtig, damit es nicht schlimmer wird und du eventuell noch einen Abzess bekommst. 

Das Antibiotikum ist kein Grund zum abstillen, es gibt einige Stillverträgliche. Abstillen wäre bei einer Mastitis absolut kontraindiziert. 

 

 

3. Der Vasospasmus

 

 Furchtbar schmerzhaft, während und auch nach dem stillen. Manche Frauen, haben auch nur beim stillen Schmerzen. Die Brustwarzen werden weißlich oder leicht lila/bläulich. 

Ein Vasospasmus sind Gefäßkrämpfe die eine Minderdurchblutung hervorrufen. 

Bei mir war er wohl dadurch ausgelöst, dass ich in der Schwangerschaft Magnesium nehmen musste und dieses zum Ende hin plötzlich absetzte. 

Mir hat daher geholfen hoch dosiert Magnesium und Calcium in Kombi zu nehmen. Beim Magnesium muss man etwas schauen, wie man es verträgt. Oft bekommt man hiervon Durchfall. 

Bei mir wurden die Schmerzen aber dann dadurch nach und nach besser und verschwanden schließlich ganz. Das Magnesium habe ich dann langsam ausgeschlichen.

Das langsame ausschleichen ist hier ganz wichtig. Auch zum Ende der Schwangerschaft hin, ist ein langsames Ausschleichen völlig ok. Die Geburt wird sich dadurch nicht verzögern oder verhindert. 

 

      

 

4. Stillpositionen

(hier auch noch einmal eine Empfehlung für die unten verlinkte Internetseite, wo alles noch einmal mit Bildern dargestellt wird) 

 

 Es gibt vier Stillpositionen, die ich dir kurz Vorstellen möchte. 

 

Da wäre einmal das Intuitive Stillen bzw Laid-Back-Stillen , welche für den Anfang die beste Position für dich und dein Baby ist. Hier kann dein Baby selbst den Weg zur Brust finden und ihr könnt ausgiebig bonden.
Hierfür positionierst du dich halbliegend im Bett oder auf dem Sofa. Gut abgestützt durch ein Stillkissen oder andere Kissen, so dass du es wirklich bequem hast und auch länger so liegen kannst. Dein Baby legst du dir möglichst nur mit Windel gekleidet auf die nackte Brust.

In diese Position werden auch eventuelle Geburtsverletzungen gut geschohnt und du kannst bequem auch ein wenig schlafen.

 

Position Nr. 2 ist das Stillen im liegen , welche besonders Nachts unglaublich bequem und praktisch ist.
Dein Baby liegt neben dir auf Höhe der Brust und du musst es zum Stillen so nur zu dir auf die Seite drehen, legst dir deinen Arm unter den Kopf, die andere Hand stützt dein Baby am Rücken. Sollten du und dein Baby während des stillens einschlafen, ist das nicht schlimm. Deine Muskelspannung lässt nach, dein Baby "kippt" einfach wieder auf den Rücken und kann so in der empfohlenen Position weiterschlafen.

 

Nun kommen wir zu der sitzenden Position, der Wiegehaltung. Dies ist die Haltung, die man immer auf Fotos sieht und sie ist die für den Anfang ungünstigste Haltung. Sie macht nämlich am meisten wunde Brustwarzen.

Nutze diese Position also am besten erst, wenn ihr etwas geübter seid.

Setz dich bequem hin, lege dir dein Baby seitlich, so dass ihr beide Bauch an Bauch seid und sein Ohr, Schulter und Hüfte eine Linie Bilden. Die Nasenspitze etwa auf Brustwarzenhöhe, so dass dein Kind beim anlegen den Mund weit öffnet. Dein Arm stützt dein Baby, der Kopf liegt in deiner Armbeuge. Diese Haltung ist für unterwegs natürlich am praktikabelsten.

 

Als letztes möchte ich dir noch die Rückenhaltung, umgangssprachlich auch Football-Haltung genannt, erklären.

Setze dich dafür bequem und gut gepolstert hin. Dein Baby liegt neben dir, am besten auf einem Kissen, damit du es nicht selbst halten musst und daduch verspannst. Ob du das mit einem Stillkissen oder einem anderen festen Kissen machst, musst ´du für dich entscheiden. Dein Kind liegt dann mit seiner ganzen Vorderseite zu dir, ohne, dass es seinen Kopf zu dir drehen muss.
Dein Unterarm legst du jetzt an den Rücken deines Babys, dein Handballen und kleiner Finger stützen den Schulter- und Nackenbereich und dein Daumen und Zeigefinger stützten den Kopf deines Babys an der Schädelbasis hinter den Ohren. Nur Stützen, nicht fest zugreifen. Dein Baby soll noch Bewegungsfreiraum haben. Mit der anderen Hand kannst du deine Brust halten und dem Baby beim Fassen der Brust etwas helfen, damit es genug Brust in den Mund nimmt.

Diese Position kann hilfreich sein, wenn du beispielsweise einen Milchstau an der Seite der Brust hast und dein Baby die Stelle so während des Stillens mit dem Kinn massieren soll, um den Stau besser zu lösen und abzutrinken. Auch um Zwillinge zu stillen, ist diese Position äußerst nützlich.

 

       

6. Clusterfeeding, Lagerfeuerstillen, 8-Gänge-Menü

 

Es gibt verschiedene Bezeichnungen für das (fast) ununterbrochene Stillen. Was man aber sagen kann ist, dass es ein völlig normales Verhalten deines Babys ist.
Besonders Neugeborene neigen zum Clusterfeeding. Besonders häufig kommt dies zwischen 23 und 2 Uhr vor, denn dann ist der Prolaktinspiegel (das Milchbildungshormon) in deinem Körper besonders hoch. Die Kinder bestellen zum einen hier die Milchmenge für den nächsten Tag, zum anderen schlafen Babys häufig nach den ganzen Mahlzeiten eine längere zeit am Stück und können so einmal gut ausruhen.

Außerdem bedeutet stillen auch Nähe und Beruhigung für dein Baby und so kann es den Tag besser verarbeiten.

 

 

https://www.still-lexikon.de/

Ängste vor und während der Stillzeit


Wenn du das erste Mal Mama wirst, dann wirst du dir wahrscheinlich einige Gedanken machen, was das stillen angeht. Auch während der Stillzeit wird das sicher noch anhalten. 

Ich jedenfalls habe es gemacht und führe jetzt hier einfach mal auf, was mir vor und während der Stillzeit so durch den Kopf ging. 

 

Ist stillen überhaupt etwas für mich, oder fühle ich mich damit total unwohl?

 

Jede Mama muss für sich entscheiden, ob sie stillen möchte über nicht. Sie sollte deshalb gut über alle Vorteile für sich selbst und ihr Kind aufgeklärt sein, um diese Entscheidung treffen zu können.

Ob du dich zum stillen entscheidest, zum teilstillen, abstillen, nur kurz stillen, lange stillen oder oder oder, liegt ganz bei dir.
Vielleicht willst du anfangs nur 4 oder 6 Monate stillen und merkst, dass es für euch doch viel schöner und praktischer ist und stillst dann 2 Jahre.

Oder du wolltest lange stillen und fühlst dich dann damit überhaupt nicht wohl und stillst nach kurzer Zeit ab.

Alles ist in Ordnung. Zu einer Stillbeziehung gehören zwei Menschen und das sind Kind UND Mutter.

 

Habe ich wirklich genug Milch? Nimmt mein Kind genug zu? 

 

Eine Frage, die sich sicher jede Mama anfangs stellt. Besonders, wenn es ihr erstes (Still-)Kind ist.

Deshalb sollte jede Mama über die Milchtransfer- und Gedeihzeichen aufgeklärt sein, sprich, woran sie erkennen kann, dass ihr Kind genug Milch bekommt.

Gerne berate ich dich hierzu persönlich.

 

Stillen in der Öffentlichkeit

 

Vor dem Stillen in der Öffentlichkeit hatte ich echt Angst. Wie würde es klappen? Wie reagieren die anderen Leute?

Für mich stand fest, dass ich auch unterwegs stillen werde. Egal was die anderen Leute von mir halten.

Wenn mein Kind Hunger hat, dann ist das so. Ich habe tatsächlich nicht soviel in der Öffentlichkeit gestillt, da der Grpße besser gestillt hat, wenn es ruhig um ihn war.

Aber wenn es nötig war, dann habe ich es einfach gemacht. Ich habe mir soweit es ging, ruhigere Ecken gesucht.

Ich kann mich noch erinnern, dass wir zum Geburtstag meiner Schwester essen waren und ich einfach dort am Tisch gestillt habe.

Schräg hinter uns saß ein Ehepaar und mein Mann raunte mir zu "Willst du nicht wenigstens fragen, ob das für die ok ist?" .

"Nein", hab ich gesagt " er hat jetzt Hunger und wem das nicht passt, der soll halt wegschauen!"
Ich habe natürlich immer darauf geachtet es dezent zu machen, ich wollte ja auch nicht, dass mir alle einfach auf die Brust geiern, nur, weil die Brust hier in Deutschland immer noch als Sexobjekt gilt.

Überraschung! Wenn ich stille, dann erfüllt meine Brust ihren eigentlichen Zweck.